
Egal, an welchem Ort wir uns befinden, die Möglichkeit, in die ewige Gegenwart einzutauchen, bleibt jedem eröffnet, der diesen Raum in sich entdeckt. Er erstreckt sich von der kleinsten Faser über die größten Strukturen des Kosmos und vereint alle Zeiten in Ewigkeit.
Das menschliche Gehirn aktiviert in fiktiven wie in wirklichen Repräsentationen ähnliche Areale; zugleich vermag unser Bewusstsein, zwischen beiden zu unterscheiden. So entfaltet die Imagination ihre Kraft – wie ein Teppich, der sich ausbreitet und uns einlädt, die Pfade des Inneren zu erkunden. Denn analog zum Himmel sind die inneren Welten des Menschen ebenso grenzenlos.
Die dabei aufziehenden Wolken verformen sich in jedem Moment, genauso wie die Gedanken. Sie gehören weder zum Himmel noch zur Erde.
Dabei haben wir stets die Wahl, in ihnen zu verweilen, durch sie hindurchzufliegen oder vor ihnen zu fliehen.
Dies ist der kostbare Tanz des Menschen zwischen Himmel und Erde – wie zwischen Geist und Materie.
Die auf dieser Reise auftretenden Erscheinungen entfalten sich vor dem Menschen in unzählig vielen Formen. Die dabei begleitende kognitive Tendenz, solchen abstrakten Strukturen bekannte Muster zuzuordnen, nennt sich Pareidolie. Sie lässt den Menschen in den Wolken Gesichter, Tiere und Symbole wahrnehmen.


wieso unterscheiden sich die wahrnehmungen dessen und unterliegen sie einer bestimmten struktur?
DAS SEMANTISCHE NETZWERK BILDET HIER DAS ASSOZIATIONSGERÜST DES MENSCHLICHEN GEHIRNS. WÄHREND DER EINE MENSCH MIT DER FARBE GRÜN SALAT ASSOZIIERT, DENKT DER ANDERE ALS ERSTES AN EINE WIESE, DA DIESE VERKNÜPFUNG BEI IHM DAS NÄCHSTGELEGENE KOGNITIVE MUSTER DARSTELLT.
Dieses kognitive netzwerk entwickelt sich mit der lebensgeschichte eines jeden einzelnen und ist daher genau so individuell wie jeder Mensch selbst. so stellt es ein zusammenspiel von biologischen, emotionalen, kulturellen und von persönlicher erfahrung geprägten tendenzen dar. so kann der scheinbare zufall zur projektionsfläche der uns unterliegenden schaltkreise werden.
Die Tendenz, im scheinbar Zufälligen eine persönliche Bedeutung zu erkennen, nennt man Apophänie. Doch auch die entgegengesetzte Haltung – Ereignisse als bloßen Zufall einzuordnen – folgt einer inneren Logik, die sich aus der eben selben Lebensgeschichte herausgebildet hat. In beiden Fällen zeigt sich ein Spiel zwischen Fiktion und Realität, dessen Struktur nach Ausgleich strebt.

so bleibt die Frage nach Zufall oder Sinn ein fortwährender Begleiter, solange wir Phänomene durch das Bewusstsein betrachten.
Die Tendenz, im scheinbar Zufälligen eine persönliche Bedeutung zu erkennen, nennt man Apophänie. Doch auch die entgegengesetzte Haltung – Ereignisse als bloßen Zufall einzuordnen – folgt einer inneren Logik, die sich aus der eben selben Lebensgeschichte herausgebildet hat. In beiden Fällen zeigt sich ein Spiel zwischen Fiktion und Realität, dessen Struktur nach Ausgleich strebt. So bleibt die Frage nach Zufall oder Sinn ein fortwährender Begleiter, solange wir Phänomene durch das Bewusstsein betrachten.

Doch was geschieht eine Ebene tiefer? Ist das Bewusstsein selbst Teil einer dualen Struktur? Wenn Bewusstsein bereits „etwas“ ist, müsste sein Gegenpol das „Noch-nicht-etwas“ sein. Aber wie ließe sich das Noch-nicht-etwas erfahren, wenn Bewusstsein definitionsgemäß schon etwas ist?
Dies deutet darauf hin, dass es sich hier nicht um Gegensätze handelt. So wie Klang die Stille nicht erfahren kann, weil er sie im Moment seines Auftretens aufhebt, so wird auch Stille vernichtet, sobald sie Klang „erfährt“.
Wenn das Bewusstsein dennoch das Noch-nicht-etwas erfassen kann, dann wäre es nicht das Bewusstsein allein, das diese Erfahrung macht, sondern eine noch grundlegendere Instanz. Damit Klang die Stille erfahren könnte, müsste er seine eigene Identität aufgeben. Ebenso müsste die Stille auf ihre Eigenschaft verzichten, um Klang zu erfahren. Übertragen heißt das: Bewusstsein muss die Fähigkeit besitzen, sein „Etwas-Sein“ aufzugeben, um das Noch-nicht-etwas zu „erfahren“ (wobei das wort„Erfahrung“ hier selbst an ihre Grenze stößt).
Das Noch-nicht-etwas hingegen kann nichts aufgeben, weil es keine Eigenschaften besitzt – es ist stets der Moment vor dem Entstehen einer Eigenschaft. Es bedingt sich somit selbst und bildet den Grund, aus dem jedes Sein hervorgeht. sogar diese beschreibung würde dem zu beschreibenden nicht gerecht.
,,Das Bewusstsein kann reisen.
doch ist das Noch-nicht-etwas kein Ort.Es zeigt sich nicht durch Annäherung.
Denn schon Annäherung macht es zu Etwas.Es offenbart sich nur im Zusammenfall:
Wenn das Bewusstsein sein „Etwas-Sein“ loslässt.Dann gibt es keinen Reisenden mehr,
und kein Ziel.Nur das,
woraus alles hervorgeht.“
was bedeutet das für unsere frage nach der ewigen gegenwart?
Die ewige Gegenwart ist nicht das, was wir wahrnehmen, sondern das Medium, in dem wir wahrnehmen.die Unterschiedlichen Wahrnehmungsstrukturen sind nur verschiedene Muster auf ihrer Oberfläche – doch die Gegenwart selbst bleibt grenzenlos und gleich.